Kirchenkreis muss 10,4% einsparen

30. November 2021

Bei ihrer Sitzung am Freitag hat die Synode des Kirchenkreises Osnabrück ein Modell für die Einsparungen beschlossen, die im Planungszeitraum 2023 bis 2028 auf die Gemeinden und den Kirchenkreis zukommen.

Mitglieder der KKS beschließen Einsparmodell

Die erforderlichen Sparmaßnahmen standen im Mittelpunkt der Beratungen bei der 10. Sitzung der Kirchenkreissynode (KKS) des Evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Osnabrück. In der Pauluskirche in Osnabrück-Schinkel kamen die Delegierten aus den 18 Kirchengemeinden zusammen und diskutierten über zwei verschiedene Modelle für Einsparungen. „Diese Diskussion um den Planungszeitraum 2023 bis 2028 ist uns so wichtig, dass wir uns auch in der aktuellen Situation für eine Sitzung in Präsenz entschieden haben. Grund ist, dass wir eine breite Debatte führen wollten“, sagte Dr. Gisela Löhberg, Vorsitzende der KKS. Für die Sitzung galt ein strenges Hygienekonzept mit Abstand, Maskenpflicht und Zutritt nur nach negativem Test.

Bis 2028 sinken die Zuweisungen der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers an den Kirchenkreis, und damit auch an die Kirchengemeinden, schrittweise um bis zu 10,4 Prozent. Zur Abstimmung standen zwei verschiedene Modelle, wie die Mittel für Personal-, Sach- und Baukosten gekürzt werden sollen. Im Modell 1 wurde eine gleichmäßige Kürzung aller Bereiche vorgesehen. Das zweite Modell sah zunächst eine Senkung der Mittel für Personalkosten um 5 Prozentpunkt vor und erst anschließend die Umsetzung der Sparmaßnahmen. Mit 40 Ja-Stimmen, 27-Nein-Stimmen und 2 Enthaltungen fiel die Entscheidung der KKS für das Modell 2.

 

„Herbe Einschnitte“ für die lutherische Kirche
Die Vertreter*innen der Gemeinden diskutierten zuvor in konzentrierter Atmosphäre, an welcher Stelle die Einsparungen zu vertreten seien. Superintendent Dr. Joachim Jeska erklärte, die fehlenden Mittel seien schmerzlich zu verkraften. „Es geht hier um herbe Einschnitte für die Evangelisch-lutherische Kirche in Osnabrück, Belm, Vehrte, Wallenhorst und Hasbergen“, sagte Jeska. Letztlich gehe es jedoch darum, nach sachbezogener Debatte einen gemeinsamen Entschluss zu fassen und solidarisch im Sinne der Arbeit in den Gemeinden zu handeln. Auch im Kirchenamt müsse gespart werden, führte Detlev Kusserow, Leiter des Kirchenamtes Osnabrück Stadt und Land, aus. Bei einer großen Zahl von Pflichtaufgaben, die erledigt werden müssten, „werden wir genauso viel sparen wie der Kirchenkreis und die Gemeinden“, sagte Kusserow.

Johannes Andrews, Vorsitzender des Bau- und Finanzausschusses, erläuterte, dass durch die steigende CO2-Steuer, zu erneuernde Heizungen in Gemeindehäusern und außerordentliche Baumaßnahmen große Herausforderungen vor Gemeinden und Kirchenkreis lägen. Die Vorsitzende des Planungsausschusses, Rita Steinbreder, wies darauf hin, dass die Not allen bewusst sei. Zusätzlich zur Kürzung der Mittel für Personal komme im nächsten Jahrzehnt ein Fachkräftemangel auf den Kirchenkreis zu. Die Entscheidung für die Sparmaßnahmen sei schmerzhaft und es erfordere Kreativität, damit umzugehen.

 

Arbeit am Stellen-Rahmenplan
Nach der Abstimmung über die Sparmaßnahmen erläuterte Rita Steinbreder für den Planungsausschuss die weitere Arbeit am Stellen-Rahmenplan. Dieser müsse im Juni 2022 durch die KKS beschlossen werden und werde nun auf der Grundlage der beschlossenen Einsparungen erstellt. Die Gemeinden sollten die Sondierungen mit benachbarten Gemeinden und eventuellen weiteren Kooperationspartnern fortsetzen. „So kann geklärt werden, welche übergreifenden Synergien genutzt werden sollen“, sagte Steinbreder.

Neben der Diskussion um die Sparmaßnahmen standen die turnusgemäße Wahl des Vorstands der KKS, die Bildung eines Fundraising-Ausschusses, ein Bericht aus der Landessynode der Landeskirche Hannovers und eine Eingabe zur Reform der kirchlichen Verwaltung auf der Tagesordnung der KKS.

 

Vorstand der KKS bestätigt‘
Wiedergewählt wurde turnusgemäß nach der Hälfte der Legislaturperiode der Vorstand der KKS. In ihren Ämtern bestätigt wurden die Vorsitzende Dr. Gisela Löhberg, der stellvertretende Vorsitzende Volker Wallrabenstein und die Beisitzer*innen Silke Daniek, Horst-Dieter Niermann und Pastor Thomas Herzberg.

 

Neuer Ausschuss für Fundraising
Neu eingerichtet hat die KKS einen Fundraising-Ausschuss. Pastor Matthias Bochow, Fundraising-Beauftragter der Kirchenkreises Osnabrück, und Annette Urban-Engels, Fundraiserin des Kirchenkreises Osnabrück, warben für eine Verstetigung des Fundraisings, auch in den Gemeinden. „Das soll auch die Bildung dieses Ausschusses verdeutlichen“, sagte Bochow. Zum Ausschuss gehören Maren Sydekum, Björn Dehnen, Dr. Jutta Tloka, Dirk Hartung, Claudia Lampe, Matthias Bochow und Annette Urban-Engels.

 

Reform der kirchlichen Verwaltung
Kirchenamtsleiter Detlev Kusserow berichtete, dass der Kirchenkreisverbandsvorstand eine Eingabe an die Landeskirche Hannovers gerichtet habe, die sich mit der Reform kirchlichen Verwaltung befasse. Bis 2027 solle die Verwaltung „drastisch vereinfacht“ werden. Ziel sei, den Arbeitsaufwand für die Kirchenverwaltung zu reduzieren. Es sollten Softwareanwendungen implementiert, die Haushalts- und Finanzvorschriften sowie das Antragswesen vereinfacht werden.

Sitzung in der Pauluskirche: Die Delegierten der Synode des Kirchenkreises Osnabrück diskutierten über die Sparmaßnahmen. Foto: Kirchenkreis Osnabrück/ Maren Bergmann